Stockschützen Eching (bei Freising)
Stockschützen Eching (bei Freising)

"Ein paar persönliche Gedanken (aus der Sicht eines Stockschützen)" oder "wie im richtigen Leben"

Liebe Sportkameraden und Besucher,

 

viel wurde schon über den Stocksport geschrieben. Die Regeln, Gründe warum dieser Sport so toll ist, wo man ihn überall betreiben kann (Vereine, Urlaub, Dorfmeisterschaften,usw.), im Winter und im Sommer.

 

Hier möchte ich ein paar Gedanken niederschreiben, warum mir dieser Sport so gefällt und Sie vielleicht ein bisschen zum Nachdenken zu bringen, denn Erfolg ist nicht alles.

 

Ich bin 47 Jahre jung, betreibe den Stocksport seit 28 Jahren und war schon in vier Vereinen Mitglied. Manche wechseln Vereine um sportlich höher zu schießen, ich habe nicht nur aus sportlichen Gründen gewechselt, sondern hauptsächlich aus privaten Gründen (Umzug).

 

Manchmal Frage ich mich, was ist mir an diesem Sport so wichtig und was macht ihn für mich so besonders?

 

Immer wieder höre ich auf Turnieren andere Sportkameraden sagen: „Schon wieder ein Tag kaputt, ich hätte eigentlich was besseres zu tun“. Oder andere ärgern sich derart über einen Fehlschuss oder eine falsche Taktik, dass sie Ihre Mannschaftskameraden richtig angiften.

 

Ich höre auch manchmal, ich musste ja mitfahren. Wir sind so wenige im Verein, dass die anderen sonst nicht hätten fahren können. Warum nicht einfach mal drei gerade sein lassen, und den Tag mit meinen Kameraden genießen. Für mich gibt es nichts schöneres als ein strahlendes Gesicht, wenn ein nicht so guter Stockschütze/innen durch die gute und aufbauende Stimmung in der Mannschaft über sich hinauswächst.

 

Vielleicht passt auch die Chemie einfach nicht, dann sollte man einen Schnitt machen, auch wenn es schwer fällt.

Ich habe auch einen Verein verlassen (es war eine sehr erfolgreiche Zeit), und einen Neuanfang gestartet. Ich habe diesen Schritt bis heute nicht bereut, obwohl der neue Verein sportlich in einer wesentlich niedrigeren Klasse spielt.

 

An einem Wochenende im April war ich auf zwei Turnieren.

 

Am Samstag ein Herrenturnier bei strahlendem Sonnenschein, mit vier sehr guten Stockschützen, aber einer katastrophalen sportlichen Leistung. Hätte ich mich etwa über die vielen Fehler aufregen sollen? Nein! Oder das dieser schöne Tag vergeudet ist. Was hätte es gebracht? Nichts, außer schlechter Laune.

Ich will gar nicht abstreiten, das mir der sportliche Erfolg nicht wichtig ist. Aber würden Sie sich wohlfühlen wenn Ihnen jeder Fehler vorgeworfen wird, wahrscheinlich nein. Ebenso sollte man sich nicht selber fertig machen wenn es mal nicht so gut läuft. Geniest doch einfach mal den Tag, ich habe es jedenfalls getan, weil ich Ihn mit Freunden verbringen konnte.

 

Das zweite Turnier am Sonntag. Ein Mixed, mit zwei Damen vom Potential her nicht so stark, aber menschlich total in Ordnung. In der Früh dachte ich noch: Hoffentlich kommt der angesagte Regen erst später. Aber nein, pünktlich zum Turnierbeginn begann es leicht zu regnen. Zudem legte auch noch eine unserer Damen einen rabenschwarzen Start hin, ich dachte nur "das kann ja lustig werden".

Trotz aller Widrigkeiten konnten wir anderen unser Leistungspotenzial abrufen. Mit viel guten zureden und Hilfe bei der Materialsuche (andere Laufplatte) konnte nach einer Ewigkeit auch unserer Sportkameradin geholfen werden, ihre Leistung zu verbessern.

Das Besondere an diesem Tag war, trotz des miserablen Wetters und einer am Anfang schwächelnden Sportkameradin, dass wir eine grandiose Stimmung hatten, in der wir stellenweise Tränen gelacht haben. Am Ende erreichten wir sogar noch einen hervorragenden zweiten Platz. Es hat einfach nur Spaß gemacht.

 

Immer wieder merke ich auch, wie manche Männer ihren Kameraden/innen (besonders den Weiblichen) vorschreiben was sie zu tun haben. Viele Stockschützen/innen haben einfach gar nicht das Gefühl für die Situation bzw. das Verständnis ein Spiel zu lesen oder eine Kehre weiter zu denken. Sie haben es nie gelernt, weil sie ständig gesagt bekommen was sie tun haben. Also woher sollen sie es können. Es bringt wesentlich mehr, diese Spieler/innen ruhig und verständlich zu lenken, als sie permanent zusammen zu stauchen. Versucht es mal, es ist ein wesentlich entspannteres Stockschießen.

 

Immer wieder stelle ich fest, dass sich Stockschützen über Ihre eigene Leistung ärgern. Jeder erwischt mal einen schlechten Tag. Gut, dann akzeptiere ich das eben und versuche das Beste daraus zu machen.

Wenn die schlechte Leistung aber über einen längeren Zeitraum anhält, dann sollte man sich schon ein paar Gedanken machen.

 

Wenn ich es nur als Hobby sehe und den Sport wegen der Kameradschaft betreibe, warum dann aufregen.

 

Wenn ich Ihn aber als Sport sehe und ich Leistung bringen will, warum dann nicht mal im Training was ausprobieren.

Nicht immer nur Spielchen machen, sondern dann gehe ich halt mal mit ein paar extra Stöcken auf eine separate Bahn und experimentiere ein wenig, oder Frage einen Sportkameraden ob er mir mal helfen kann. Wenn sich keiner findet oder weil der Verein neu gegründet wurde und alle Mitglieder auch Neulinge sind, dann fragt doch mal bei einem anderen Verein nach. Es wird sich sicherlich jemand finden.

Ich hatte das Glück das mit mir jemand trainiert hat, fragen kostet nichts.

 

Ich wünsche allen weiterhin viel Spaß beim Stockschiessen,

 

euer Andreas.

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